Wilhelma-Treff 2015

Januar: Geriatrische Problematik bei Menschenaffen und Zootierärzten

Die Lebenserwartung bei wildlebenden Menschenaffen wird in der Literatur mit 25-40 Jahren angegeben. In menschlicher Obhut dürfte sie heute mit bis zu 60 Jahren erheblich darüber liegen. Zootierärzte gehen im Allgemeinen mit 65 Jahren in den Ruhestand. Die Lebenserwartung von im Jahr 2010 geborenen Deutschen beträgt ca. 80 Jahre. Wegen diverser Risikofaktoren dürfte sie bei Tierärzten etwas niedriger liegen.

Vergleicht man die Lebensläufe von Zootierärzten und Menschenaffen stellt man fest, dass Menschenaffen im Zoo stressfreier leben, vernünftiger ernährt werden und oft eine bessere medizinische Versorgung genießen. Während Menschenaffen auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben dürfen, wird der Zootierarzt als Rentner in eine neue Lebenslage versetzt, die eine gewisse, nicht immer mehr vorhandene Anpassungsfähigkeit voraussetzt. Im Rahmen des Vortrages ging der ehemalige Wilhelma Tierarzt Dr. Wolfram Rietschel auf das Altern und altersbedingte Zipperlein bei Menschenaffe und Tierarzt im Zoo und in der „freien Wildbahn“ ein.

 

Schimpanse alt | Bild: W. Rietschel

Schimpanse Ssebo lebt im Kibale Nationalpark in Uganda und ist ca. 46 Jahre alt. Bild: W. Rietschel

Bild: H. Eisele

Bild: H. Eisele

Februar: Im Bann des Eises

Faszinierende Winterreise nach Sibirien
Auf abenteuerlichen Wegen zwischen Baikalsee und Wladiwostok

Vier Wochen auf eigene Faust im eisigen Winter nach Sibirien, Schnapsidee oder Traum? Im März 2013 wagte das Uhlbacher Ehepaar Sieglinde Helbig und Hansjörg Eisele dieses Abenteuer. Sie fuhren mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn, erkundeten den zugefrorenen Baikalsee, lebten zehn Tage lang in einem gottverlassenen Nest in der Taiga bei bis zu -37 Grad und lernten das am Ende des Kontinents gelegene Wladiwostok kennen.

Bei angenehmen Temperaturen im Wilhelma-Theater erlebten die begeisterten Mitglieder einen Vortrag der besondern Art. Hansjörg Eisele untermalte die eindrucksvollen Reiseaufnahmen mit dazu passenden Liedern aus der Winterreise von Franz Schubert.

März: Ecuador – ein Eldorado für Naturliebhaber

Ecuador – beim Gedanken an das südamerikanische Land am Äquator schlagen Biologenherzen höher. Schuld am schnelleren Pulsschlag ist der unglaubliche Artenreichtum des kleinen Landes.

Die Zuhörer ließen sich von der Artenvielfalt dieses Landes und seinen grandiosen Landschaften überwältigen. Gingen mit auf die Suche nach Fröschen und seltenen Vögeln im tropischen Regenwald, entdeckten die höchsten Ebenen der Anden mit ihren weiten Paramo-Steppen, erlebten eine Buckelwalsafari an der Pazifik-Küste oder folgten den Spuren Darwins auf Galapagos mit seinen urtümlichen Riesenschildkröten und Meerechsen.

Der Diplom-Biologe Michael J. Eick nahm die Besucher mit auf eine Exkursionsreise in dieses kleine Land und stellte ihnen in diesem Multimedia-Vortrag die Vielfalt der Arten und der Lebensräume vor.

Buckelwal

Buckelwal | Bild: M. Eick

Wilhelma-Treff April - Bild: M. Holtkötter

Bild: M. Holtkötter

April: Barbecue mit Buschschweinen – mit den Wilhelma-Freunden in Südafrika

Südafrika bietet mit seinen spektakulären Landschaften, seiner vielfältigen Pflanzenwelt und den zahlreichen Möglichkeiten zur Beobachtung großer und kleiner Tiere alles, was das Herz eines Wilhelma-Freundes höher schlagen läßt. Wenn sich dann nach „Abhaken“ der Big Five beim abendlichen Grillfeuer unangekündigt eine Rotte wilder Buschschweine unter die Reiseteilnehmer mischt und alle (auch die Schweine) ruhig bleiben und die Reisenden sogar das Fotografieren vergessen, dann schlägt auch das Herz eines Reiseleiters höher.

Stationen dieser maßgeschneiderten Tour waren zunächst Kapstadt und Umgebung sowie das de Hoop Wildreservat, im zweiten Teil dann die Schutzgebiete von Hluhluwe und Umfolozi sowie der Krüger Nationalpark, wo die Reisegruppe unfreiwillige Zeugen der dramatisch zunehmenden Nashorn-Wilderei wurden. Von diesen vielfältigen Reiseerlebnissen berichtete die Reiseleiterin Dr. Marianne Holtkötter!

Mai: Artenschutz im Urlaub

Ob Krokohandtasche, Alligatorschädel oder Korallen, nicht alle exotischen Mitbringsel, die man im Urlaub legal erwerben kann, darf man auch nach Deutschland einführen. Der Zoll hat, vor allem an Flughäfen, ein wachsames Auge auf die zurückkehrenden Reisenden und ergreift bei Verstößen Maßnahmen, die zu empfindlichen Strafen führen können.

Gut ist es, wenn man sich vor den Ferien darüber informiert mit welchen Souvenirs man Raubbau an der Natur unterstützt oder man sich sogar strafbar macht. Das Hauptzollamt Stuttgart informierte über Artenschutz im Urlaub und zeigte allerlei beschlagnahmte Fundstücke.

Vom Zoll beschlagnahmte Schmuckschildkröten

Vom Zoll beschlagnahmte Schmuckschildkröten – Bild: Hauptzollamt Stuttgart

Juni: Mitgliederversammlung

Wir möchten alle Mitglieder ganz herzlich am Donnerstag, dem 11. Juni 2015 um 19.00 Uhr zur Mitgliederversammlung ins Wilhelma-Theater einladen. Nachstehend finden Sie die Tagesordnung:

1.       Jahresbericht des Vorsitzenden
2.       Bericht über den Jahresabschluss 2014
          JA-Testat / Feststellung der JA-Zahlen
3.       Entlastung des Gesamtvorstandes
4.       Mitgliedsbeiträge
5.       Aktuelles aus der Wilhelma
6.       Ehrung verdienter Mitglieder
7.       Verschiedenes

Bitte beachten Sie, dass Anträge gem. § 7 Abs. 3 der Satzung des Vereins mindestens sieben Tage vor der Mitgliederversammlung schriftlich einzureichen sind. Nach dem offiziellen Teil hält der Direktor der Wilhelma, Dr. Thomas Kölpin, einen Vortrag mit dem Thema „Auf der Suche nach Elefant, Panzernashorn und Asiatischem Löwen!“.

Oktober: Bahia – die Seele Brasiliens

Dr. Axel Kwet stellte den Besuchern eine herpetologische Rundreise durch den Westen von Bahia vor, die er mit seiner Familie und einem Studienkollegen der dortigen Universität unternommen hat. Die Fahrt startete in Ilhéus, der verblichenen „Hauptstadt des Kakaos“ mit ihren traumhaften Sand- und Palmenstränden, führte die Reisenden über die halbwüstenartige Landschaft des brasilianischen Sertão bis zum Nationalpark Chapada Diamantina mit seinen beeindruckenden Tafelbergen und herrlichen, klaren Wasserläufen.

Danach ging es entlang der Costa do Dendê mit ausgedehnten Palmen- und Kautschukplantagen und dem satten, feucht-tropischen atlantischen Küstenregenwald Richtung Norden zur Ilha de Tinharé. Diese vor Salvador im Atlantik gelegene Insel ohne Autoverkehr ist noch immer reich an Regenwald und ein beliebtes Urlaubsziel. Den Abschluss der Reise bildete Salvador da Bahia mit seinem historischen Zentrum Pelourinho, das 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Neben vielen landschaftlichen Eindrücken aus einem wundervollen Land mit einem außergewöhnlichen Naturreichtum und herzlichen Bewohnern wurden vor allem Beispiele der Artenvielfalt der dort lebenden Amphibienfauna gezeigt. Viele Arten, zum Beispiel manche der prächtig gefärbten Laubfrösche oder skurrilen Kröten Bahias, haben von 1815–1820 bereits die deutschen Naturforscher Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied und Johann Baptist von Spix entdeckt und beschrieben, die das nordöstliche Brasilien bereisten. Andere Arten, wie einige Bromelienfrösche oder der seltene, bizarr gestaltete Panzerkopflaubfrosch namens Aparasphenodon arapapa, wurden erst vor wenigen Jahren entdeckt.

Ein besonderes Merkmal der Altstadt von Saslvador da Bahia sind die vielen bunten Häuser, die oft mit sehr feinen Stuckarbeiten verziert wurden. Bild: A. Kwet

Ein besonderes Merkmal der Altstadt von Saslvador da Bahia sind die vielen bunten Häuser, die oft mit sehr feinen Stuckarbeiten verziert wurden.
Bild: A. Kwet

Bison am Great Salt Lake in Utah Bild: H. Werning

Bison am Great Salt Lake in Utah
Bild: H. Werning

November: Von Küste zu Küste durch den Süden der USA

Der große Treck nach Westen ist einer der großen historischen Mythen und untrennbar verbunden mit den USA. Die Vorstellungen von Freiheit, Weite und Abenteuer bot nicht nur Stoff für unzählige Filme, sondern ist auch bis heute Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen, die die spektakuläre Natur Nordamerikas erleben wollen. Auf mehreren Reisen durchquerte der Wissenschaftsjournalist und Schriftsteller Heiko Werning die USA, von den idyllischen Karibikstränden im Süden Floridas durch die Sümpfe des Südostes, über den Mississippi, durch die Prärien des Mittleren Westens und die Wüsten und Canyonlandschaften des Südwestens bis über die Sierra Nevada nach Kalifornien an den Pazifik. Dabei fotografierte er nicht nur einzigartige Naturlandschaften, sondern auch ein reiche Fauna vom Bison bis zur Klapperschlange.

Dezember: Von Pol zu Pol: Auswirkungen des Klimawandels auf Flora und Fauna

In diesem Vortrag beschäftigte sich Bärbel Winkler mit den Folgen des Klimawandels auf unsere Welt. So berichtete sie von den Veränderungen der Meeresströme vor Afrika, die die Brillenpinguine beim Fischfang in Bedrängnis bringen, informierte über die Versauerung der Meere und machte uns darauf aufmerksam, dass die Folgen auch hier bei uns zu spüren sein werden. Weiterhin stellte sie uns Meerestiere vor, die den Klimaforschern bei der Datengewinnung helfen.

Robben werden mit kleinen Sendern ausgestattet und sammeln so wichtige Daten. Bild: Dan Costa - NMFS 87-1851-03

Robben werden mit kleinen Sendern ausgestattet und sammeln so wichtige Daten.
Bild: Dan Costa – NMFS 87-1851-03